Vortrag zur Sportlerehrung der SG Velpke
18. März 2010 von michael
Schönen guten Abend meine Damen und Herren.
Für mich persönlich ist es eine Ehre, dass ich hier heute vor Ihnen stehen darf, aber ich stehe nicht als einzelne Person vor Ihnen, sondern als Vertreter des Kühnoldlauf. Dieser Lauf durch die Samtgemeinde Velpke ist nicht das Werk einer Person sondern das von vielen Menschen.
Und nun stehe ich also hier und soll Ihnen etwas über eben diesen Kühnoldlauf erzählen.
Als mich vor einiger Zeit Werner Schlichting gefragt hat, ob ich bei der Sportlerehrung in Velpke ein paar Worte über den Kühnoldlauf sagen könnte habe ich spontan erst einmal gedacht: Super, darüber kannst Du stundelang reden.
Mit ein paar Tagen Abstand ist mir jedoch bewusst geworden, dass es gar nicht so einfach ist, etwas über diesen Lauf durch die Samtgemeinde zu erzählen.
An so einem Abend wie heute, Sportlerehrung 2009, wird der einzelne Sportler oder eine Mannschaft für die herausragende sportliche Leistung im letzten Jahr geehrt. Der Kühnoldlauf ist aber eine Veranstaltung.
Also stellte ich mir die Frage, worüber soll ich an so einem Abend reden?
Etwas über die Probleme bei der Organisation des Laufs?
Darüber, dass wir, und mit wir meine ich Mathias Dörries vom Autohaus Kühnold und Hans-Werner Schlichting, unseren Samtgemeindedirektor, am Anfang doch ziemlich blauäugig an die ganze Sache heran gegangen sind.
Über die Schwierigkeiten der Sponsorensuche?
Oder vielleicht auch darüber, dass es ein gutes Zeitmanagement benötigt, alle täglichen Anforderungen mit der Organisation des Laufs unter einen Hut zu bringen?
Gerade hier brauche ich allen Anwesenden genau das nicht zu erzählen. Alle hier werden mit der einen oder anderen Veranstaltung oder Wettkampf ihre Erfahrungen gemacht haben. Es ist immer ein großes Stück Idealismus dabei, um solche Veranstaltungen zu realisieren und umzusetzen. Man investiert Zeit und Nerven, manchmal sogar eigenes Geld, aber wenn dann die Veranstaltung los geht und man merkt das eine Resonanz da ist, ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber das ist für mich und ich kann da auch im Namen meiner Mitstreiter sprechen, mehr Wert als vieles andere.
Auch werden vielen von Ihnen ähnliche Probleme haben wie wir, wenn es darum geht Sponsoren zu finden, Unterstützung in allen möglichen Bereichen und die meisten werden genauso Schwierigkeiten gehabt haben wie wir aber daraus für die nächste Veranstaltung gelernt haben. Von mal zu mal werden dann die Veranstaltungen immer besser, dass bedeutet die Organisation spielt sich ein, die Helfer sind und werden besser und genauer informiert. Alles wird irgendwie professioneller. Aber ich würde keinem hier etwas wirklich Neues erzählen. Deshalb wurde ich wahrscheinlich auch nicht eingeladen.
Worüber also soll ich Ihnen dann etwas erzählen?
Nach längerem Überlegen bin ich dazu gekommen Ihnen von den Menschen, den Emotionen zu erzählen, die sich an dem Laufe der letzten 7 Jahre zu diesem Thema angesammelt haben.
Die Menschen und deren Emotionen, genau das sind nämlich die Punkte warum wir uns für den Kühnoldlauf durch die Samtgemeinde engagieren, es geht um Menschen und deren Möglichkeiten sich selber zu fordern und ihren eigenen Grenzen zu verschieben. Zu sehen wie Menschen über sich hinaus wachsen und sich für Ihre eigenen Ziele „quälen“ um dabei ihre eigenen Grenzen verschieben ist eine Erfahrung die sich für alle Beteiligten lohnt. Das wir, so ganz nebenbei auch noch durch die Einnahmen soziale Zwecke unterstützen und denen helfen, die auf unsere Hilfe zwar nicht angewiesen sind aber durch diese Hilfe unterstützt werden, rundet die Sache ab.
In den letzten Jahren stellen wir die Erlöse an die Fördervereine der Schulen zur Verfügung. Das hatte u.a. den Erfolg, dass seitdem sehr viele Kinder an dem Lauf teilnehmen. Ich sage Ihnen, das war ein fantastisches Bild als wir z.B. im Jahr 2008 in Grafhorst ins Ziel kamen und vorweg stürmten knapp 100 Grundschulkinder, laut schreiend durchs Ziel und freuten sich mit ihren Lehrern zusammen über das erreichte. Manche von den Kindern waren 10km und mehr gelaufen.
Gerade durch die Kinder ist noch viel mehr Stimmung und Spaß auf der Strecke als es vorher ohnehin schon war. Es sollte jeder sich mal für mindestens eine Etappe die Laufschuhe anziehen und mit uns durch die Samtgemeinde joggen. Es wird viel gelacht, es werden Geschichten erzählt und man lernt viele Menschen besser oder überhaupt erst einmal kennen. Durch diesen Lauf entsteht eine Verbindung zwischen den Menschen und dadurch auf zwischen den Orten.
Wir werden ein Stück mehr Samtgemeinde.
Es gibt einen gesunden Konkurrenzkampf der die “einzelnen“ Dörfer anspornt, aber im Großen und Ganzen sind alle aus der Samtgemeinde und gehen so ein Stück Gemeinsam den Weg durch die Samtgemeinde. So sollte, und so muss es auch sein.
Von den Anfängen bis zum letzten Lauf hat sich die Anzahl der Läufer von etwa 150 auf, im letzten Jahr auf über 400 Läufer gesteigert. Damit gehört der Kühnoldlauf mit zu den größten Laufveranstaltungen im Landkreis Helmstedt, wenn er nicht sogar der größte Laufevent ist(evtl. Lauf um die Wälle), auf alle Fälle ist es die größte Funlaufveranstaltung.
Wir benutzen häufig den Slogan „Gemeinsam sind wir stark“ und das findet sich überall wieder. Zwar läuft jeder für sich allein, mit allen Problemen und einem zwicken hier und einem zwacken da, aber die Gruppe sorgt dafür, dass man nicht so einfach aufgibt. Wie oft habe ich nach dem Lauf gehört,
- wenn die anderen mich nicht aufgemuntert hätten wäre ich höchsten die Hälfte gelaufen.
- Man bekommt gar nicht so richtig mit wie viel man läuft und ist dann selbst überrascht was am Ende heraus kommt.
Solche oder ähnliche Aussagen hört man nach jedem Lauf immer wieder.
Sie können jeden fragen, alle werden Ihnen bestätigen, dass sie vorher weitaus weniger Kilometer geplant hatten als es dann tatsächlich geworden ist.
Es bildet sich im Laufe dieser 5 Stunden, die der Lauf dauert so etwas wie ein Gruppengefühl, das magische Wort des Jahrtausends – TEAMBUILDING – .
Dieses Wort wird für vieles mittlerweile missbraucht, aber hier passt es. Es bildet sich ein Team aus Menschen, die alle mit einem Ziel, soweit wie es nur geht zu laufen, beim Kühnoldlauf starten. Wenn man nicht mehr kann, ok, dann steige ich ins Auto und lass mich zur nächsten Station fahren und steige wieder mit ins Renngeschehen ein. Übrigens ist diese Art von Fahrdienst einmalig in Deutschland!
Am Anfang erfolgt die Teilnahme aus egoistischen Gründen, die nächste Etappe schaffe ich auch, aber wenn der Lauf nicht den Spaß vermitteln würde, glauben Sie mir da spreche ich aus Erfahrung, keiner würde nach einer Pause wieder auf die Piste gehen und noch ein paar Kilometer abreißen. Es ist das Gefühl mit vielen anderen Mitstreitern etwas zu erreichen, was man allein nur bedingt schaffen würde, was auch nur halb soviel Spaß machen würde.
Es gab Läufer die sich eine bestimmte Strecken am Stück zulaufen vorgenommen haben. Jedes Jahr sind diese Läufer ihrem Ziel ein Stück näher gekommen bis es dann endlich der Lauf gekommen war, bei dem Sie „Ihre“ Strecke geschafft haben. Freude beim Einzelnen, aber auch eine riesige Freude in der Gruppe, denn zuständig für den Erfolg fühlt sich am Ende jeder. Und hier ist es wieder dieses Gefühl –dieser TEAMGEDANKE.
Erreicht hat es der Einzelnen, aber die Gruppe war daran beteiligt und trägt somit zum Erfolg des Einzelnen bei.
Und hier kommt wieder unser Slogan zum Vorschein:
GEMEINSAM SIND WIR STARK
In diesem Sinne wünsche ich uns allen gemeinsam noch einen schönen, angenehmen und erfolgreichen Abend.